Freitag, 27. Februar 2015 

Die Leidenschaft Herbert Krämers galt stets der Kultur. Mit der ihm eigenen Energie und dem Willen zum Ausgleich hat er darauf hingewirkt, dass die Ruhrtriennale, inzwischen ein europäisches Festival von Rang initiiert und etabliert worden ist. Sein Credo: „Das Ruhrgebiet muss endlich als Kulturregion international wahrgenommen werden.“

Krämer hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung der Köhler-Osbahr-Stiftung, dessen stellvertretender Vorsitzender er von Beginn an im Jahre 1986 bis zu seinem Tod war. 

Der damalige Oberstadtdirektor Duisburgs Krämer berichtete Köhler von der Stiftung eines Bielefelder Industriellen – Krämer war zuvor Oberstadtdirektor in Bielefeld – zugunsten des dortigen Musiklebens, die Bisegger Stiftung, dessen Vorsitzender Krämer auf Lebenszeit ist, und übersandte Köhler die Satzung dieser Stiftung. Orientiert an diesem Vorbild entwarf Köhler die Satzung der Köhler-Osbahr-Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft. 

Wie in seinen Memoiren nachzulesen ist, hielt Herbert W. Köhler Krämer für einen Oberstadtdirektor, der sehr viel für das Image der Stadt Duisburg getan hat. Köhler und Krämer lagen kulturpolitisch und auch sonst auf einer Wellenlänge. Mehrfach versicherte Krämer dem Stifter, auch über dessen Lebenszeit hinaus dafür zu sorgen, dass sein Stifterwille entsprechende Berücksichtung findet. 

Besonders hervorzuheben ist Krämers Engagement für die Münz- und Antikensammlung des Stifters, die seit November 1990 in dem damals neu errichteten Kultur- und Stadthistorischen Museum präsentiert wird. Krämer ist, so ist es im Vorstandsprotokoll des Jahres 1989 nachzulesen, der Urheber dieser Idee gewesen. 

Die Köhler-Osbahr-Stiftung ist stolz mit Herbert Krämer einen stellvertretenden Vorsitzenden gehabt zu haben, der diese Funktion mit Verantwortung wahrgenommen hat, der klare Worte fand, wenn es unverzichtbar war, auf dessen Loyalität man sich stets verlassen konnte und dem es zu begegnen immer eine Freude war.

Daher trauert die Köhler-Osbar-Stiftung um Dr. Herbert Krämer der im Alter von 83 Jahren am 9. Februar verstorben ist. Mit ihm verliert die Köhler-Osbahr-Stiftung nicht nur ein von der Gründung der Stiftung bis zu seinem Tod aktives und engagiertes Vorstandsmitglied sondern auch einen Menschen, der mit seiner Liebe zu Kunst und Kultur begeistern konnte.