Duisburg. Am 24. August 2014 war es wieder einmal so weit: Tausende von Menschen aller Altersklassen, vom Kleinkind in der Rückentrage bis zum Senior, lauschten unter freiem Himmel den Duisburger Philharmonikern und waren total begeistert. Von Ingo Hoddick

Das Konzert im Kant-Park war ein klingendes Dankeschön für den Musikpreis der Stadt Duisburg in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung, den das Orchester unserer Stadt im vergangenen Jahr erhalten hatte (die RP berichtete). Das Preisgeld hatten die 93 Musikerinnen und Musiker nicht unter sich aufgeteilt, sondern als Grundstock genommen für dieses Konzert. Weitere Sponsoren kamen hinzu, darunter die Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker,

Auf dem Programm standen natürlich überwiegend fetzige Klassik-Hits: die Ouvertüre zu der Oper "Ruslan und Ludmilla" von Michail Glinka, die "Polowetser Tänze" aus der Oper "Fürst Igor" von Alexander Borodin, der Ungarische Tanz Nr. 5 g-Moll von Johannes Brahms, die "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß Sohn, eine Walzerfolge aus der Oper "Der Rosenkavalier" von dem vor 150 Jahren geborenen Richard Strauss, die sinfonischen Tänze aus der "West Side Story" von Leonard Bernstein, das Titel-Thema aus der Film-Serie "Star Wars" von John Williams und der erste Marsch aus "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar. Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi ließ "sein" Orchester ebenso elegant wie schwungvoll aufspielen, Für viele Menschen wurde so sichtbar, wie der GMD seine klaren Zeichen ohne Taktstock gibt.

Die profilierte Solistin war die Sopranistin Morenike Fadayomi von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Sie setzte zunächst mehr die Ruhepunkte mit "September" aus den "Vier frühen Liedern" von Richard Strauss sowie "My Man's Gone Now" und "Summertime" aus der Oper "Porgy and Bess" von George Gershwin. Dann kam aber noch das "Schwipslied" von Johann Strauß Sohn - mit dem bewährten Gag, dass die Sängerin angeblich vorher noch (oder schon) Sekt getrunken habe. Auch der vor 40 Jahren in Istanbul geborenen und seit langem in Duisburg lebende Erdal Akkaya bekam als Solist auf der türkischen Langhalslaute Baglama viel Beifall für zwei eigene Kompositionen.

Moderator Friedmann Dreßler erklärte, warum das Programm so viele Opern-Nummern enthielt: "Wir sind ein Opernorchester und gedenken das auch noch lange zu bleiben. Dieses Konzert ist auch unser Dank dafür, dass Sie als Publikum uns vor zwei Jahren beim Kampf um die Rheinoper so unterstützt haben."

Der Regen kam erst kurz vor Schluss, so dass die Decken und Klappstühle den Schirmen wichen, das tat aber der allgemeinen Zufriedenheit keinen Abbruch.

Quelle: RP